Die Geschichte von Amicitia Vera Hier findet ihr die Geschichte von Amicitia Vera und einen Einblick in die Geschichte des Mittelalters um 1230. Unsere Reise ins Heilige Land. Nie hätte ich geglaubt ein solches Abenteuer zu erleben, als ich, Gorch van Franeker im Jahre des Herrn 1225, meine Heimat Friesland verlassen hatte, um bei meinem neuen Herrn, Benedict von Sittnia, eine Stellung als Schreiber anzunehmen. Da ich in meiner Heimatstadt Fraeneker und in Friesland schon in einigen Häusern diese Tätigkeit inne hatte, war mein Name auch bis zu meinem neuen Herrn gedrungen, der mir ein Angebot gesendet hatte, um mich in seine Dienste zu stellen. So ging ich auf die beschwerliche Reise und kehrte meiner Heimat den Rücken. Nach einigen Wochen und von der Reise ermattet, trat ich im Juni des Jahres 1224 meinen Dienst im Hause Sittnia an. Da ich mit meinen 26 Jahren noch sehr Jung war und ich noch einiges lernen musste, aber durch meinen Fleiß und meine Zuverlässigkeit die mir gestellten Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit der Familie Sittnia erledigen konnte, entwickelte sich ein sehr hohes Vertrauen zwischen meiner Person und meinem Herrn. Nach einiger Zeit wurde ich oberster Verwalter des Hauses und kümmerte mich auch um die Schatulle. Mein Dienst und die Zeit vergingen wie im Flug und das Verhältnis zwischen Benedict und mir änderte sich von einem reinen Dienstverhältnis in eine gegenseitige Wertschätzung und in eine Freundschaft, die für unseren Standesunterschied nicht üblich war. Zwischen mir, Sohn einfacher Bürger, die mir durch ihren Holzhandel und einem guten Einkommen den Besuch einer guten Schule in Franeker ermöglichen konnten und Benedict von Sittnia, der aus adligen Hause stammte und einige Ländereien und Bauernschaften sein eigen nannte, sollte eine feste und ehrliche Freundschaft entstehen. So vergingen die Jahre ohne größere Einschnitte in unserem Leben. Eines Tages, als Benedict und ich wie so oft die Bücher mit den Einnahmen und Ausgaben kontrollierten, brachte uns ein Bote eine Nachricht von erstaunlicher Wichtigkeit. Unser Kaiser Friedrich hatte die Stadt Jerusalem ohne Blutvergießen am 18. Februar 1229 für die Christenheit wiedergewonnen. Benedict, der schon lange den Wunsch hegte, eine Reise in die Heilige Stadt zu unternehmen ,bat mich, ihn und seine Familie zu begleiten. Nach einigen Wochen der Ungeduld brachen wir mit unserem Gefolge in Richtung Süden auf um in einem italienischen Hafen an Bord eines Schiffes zu gehen. Die Überfahrt, die sehr viele Gefahren beinhaltete und uns an die Küsten von Byzanz und Zypern führte und mit der Ausschiffung in Akkon endete, war für viele unserer Gruppe eine Zerreißprobe. Als wir endlich wieder festen Boden unter unseren Füssen hatten, machten wir uns nach einigen Tagen auf die letzten 3 Wochen unserer Reise nach Jerusalem. Wir schlossen uns mit anderen Reisenden zusammen und konnten uns über den Schutz von 2 Rittern des Deutschen Ordens freuen, die uns sicher bis kurz vor die Tore von Jerusalem führten. Dann lag sie vor uns, die Stadt mit ihren großen Mauern, in der unser Heiland gestorben und wieder auferstanden war und die unser Kaiser Friedrich aus den Klauen der Moslems gerissen hatte. Nach dem Besuch der Grabeskirche und anderer Orte des Glaubens, machten wir uns wieder auf den Weg in die Heimat. Nach erneuter Passage über das Meer landen wir nun wieder in Tarent, wo ich meinen Bericht schließen werde. Nun haben wir noch den langen Weg bis in unsere geliebte deutsche Heimat vor uns. Sollte das Schicksal dich in unser Lager führen, sind wir gerne bereit mit dir unser Essen, unser Lagerfeuer und unsere Schlafstätte zu teilen. Amicitia Vera.